Cheeeese!

Ausgangspunkt von Cheeeese! ist Selbstinszenierung: Wie präsentiere ich mich, wie finde ich mich schön? Wie kann ich den Begriff des Schönen zu meinen Gunsten verändern - ohne daß mich das System Schönheit verschlingt? Kann es so einen Punkt geben, an dem die Kettenreaktion von Bewertung und Anpassung unterbrochen wird, die immer wieder dieselben Schönheitsbilder produziert?

Auf der Bühne liegen drei Performerinnen zwischen zwei Fotoapparaten, zwei Beamern und elektronischem Soundequipment. Sie sehen aus, als würden sie gleich ausgehen - Kleider, Makeup, Stöckelschuhe - aber sie bleiben. Sie bleiben für die Dauer der Aufführung auf der Bühne und sie bleiben für die Dauer der Aufführung auf dem Boden. Die immer wieder reproduzierte weibliche Silhouette mit den verlängerten Beinen und dem forcierten Hohlkreuz ist nur als Möglichkeit anwesend. Mit der Weigerung aufzustehen und dieses Bild einzulösen, widersetzen sich die Körper der Hierarchie des Blicks. Die Grenzen zwischen menschlichen und technischen Körpern verschwimmen und erschweren die Kategorisierung. Und so entwickelt sich eine Komposition aus Geräusch, Musik, Text, Körper, Blick, und der Zuschauer ist eingeladen, sich gegenüber der ausgestellten Körperlandschaft zu positionieren.

 

Produktion, Konzeption und Performance: Gudrun Lange

Musik und Performance: Sylvi Kretzschmar

Dramaturgie und Performance: Charlotte Pfeifer

Choreographische Assistenz: Judit Abegg

Video: Lukas Raber

Organisation: Nicki Krisch, Nadja Lindner

Licht: Tim Lenzing

 

Koproduktion: Forum Freies Theater Düsseldorf, Ringlokschuppen Mülheim

Gefördert durch: Kunststiftung NRW, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, NRW Landesbüro Freie Kultur, Stiftung van Meeteren

Mit freundlicher Unterstützung von Kampnagel Hamburg

 

Premiere 27.10.2010, Forum Freies Theater Düsseldorf, Juta

 

In Memoriam Ari Up, 1962-2010

 

Wieder einmal geht Gudrun Lange hier Phänomenen der populären Kultur auf den Grund, wieder einmal tut sie das mit einem Gespür für Sinnlichkeit, gepaart mit einem Sinn für Humor.[...] Eine bemerkenswerte Arbeit ist Cheeeese! geworden, spannend, etwas geheimnisvoll und in gewissem Sinne punkig.

 

Thomas Hag in Neue Rhein Zeitung, 29.10.2010