Schmutz

 

ist ein einstündiges Solo für mich selbst und beschäftigt sich mit als defizitär empfundenen Körperaspekten. Mary Douglas, britische Sozialanthropologin, die letztes Jahr verstorben ist, schrieb: "There is no such thing as dirt; no single item is dirty apart from a particular system of classification in which it does not fit." Genau diese Systemabweichungen erforsche ich in dem Stück an mir: Was ist Schmutz am Tänzer-, am Frauen-, am biologischen Körper? Schmutz bewegt sich durch klassisches Ballett, Laban- verwandte Raumvorstellung und den Tanz aus Soft Erotic Clips hindurch und führt hin zu Märchenwelt, Körperstudie und tabledance. Der Selbstversuch geht unweigerlich mit Lust und Zwang und Ekel im Umgang mit Dreck einher - und stößt auf die produktiven Seiten eines vermeintlichen Störfaktors.

 

Konzept, Choreografie, Tanz: Gudrun Lange

Dramaturgie: Kathi Loch

Hospitanz: Malik Ibheis

Robotertransport: Malik Ibheis, Nico Niot

Plakat, Flyer, Fotografie: Eike Dingler

Lichtdesign: Stefan Staat, Denise Hoppe

Klanggestaltung: Marius Menschel

Video: Iskender Kökce

 

Premiere: 15.02.2006, Forum Freies Theater, Düsseldorf

 

Koproduziert von Forum Freies Theater

Gefördert durch Kunststiftung NRW

 

Man kommt aus dem Schmunzeln gar nicht mehr heraus. [...] was Gudrun Lange da gelungen ist, ist einfach eine wunderbare Clownerie, nicht ohne künstlerischen Tiefgang. Stoisch arbeitet sich die Tänzerin an einem Programm ab, das das Scheitern zum Prinzip erklärt, also das nicht Gelungene ausstellt. [...] So etwas wie "Schmutz" hat man noch nicht gesehen.

 

Klaus M. Schmidt in Westdeutsche Zeitung, 17.02.06